Installationen im Gelände: Ideen zum Nachbau

Um den Klimawandel zu bremsen, versuchen viele Institutionen Menschen über die Klimawandel zu informieren und sie anzuregen, klimaschonende Verhaltensweisen in ihrem Alltag zu integrieren. Meist findet Bildung für Klimaschutz in Schulen, Ausstellungen oder Umweltbildungszentren statt. Dagegen sind Installationen draußen in der Natur seltener zu finden. Hier gibt es noch viel Nachholbedarf.


Innovative Klimaschutz-Installationen der 16BildungszentrenKlimaschutz

Eine der Aufgaben eines jeden der 16BildungszentrenKlimaschutz besteht daher darin, unter Verwendung der Preisgelder im Projekt „Bildung Klima-plus“ eine innovative Klimaschutz-Installation zu errichten. Diese sollen die Besucher und Besucherinnen für den Klimawandel sensibilisieren und zu mehr Klimaschutz auffordern.

Die folgenden Klimaschutz-Installationen wurden bereits errichtet, feierlich eröffnet und können von Ihnen besucht werden:


Beispiele außerhalb des Netzwerks

Neben den Klimainstallationen dieses Projektes, gibt es auch noch eine Vielzahl weiterer Vorbilder und Ideen. Viele Praxisbeispiele für Klimabildung wurden bereits im Vorfeld des Projektes identifiziert. Im Folgenden werden einige ausgewählte Beispiele aufgelistet. Die ausführliche Übersicht von best-practice-Beispielen finden Sie hier.

Ausgewählte Beispiele:

Weitere Ideen im Handbuch “Klimabildung in der Natur. Installationen, Spiele und Unterrichtseinheiten zum Klimaschutz




Innovative Klimaschutz-Installationen der 16BildungszentrenKlimaschutz


Watt is‘ mit dem Klima? (Ökowerk Berlin)

Alle Tiere und Pflanzen, egal ob sie essen, schlafen, sich fortbewegen oder vermehren, ob sie wachsen oder eine Unterkunft bauen, erbringen eine Leistung, welche in Watt gemessen wird. Die notwendige Energie nehmen sie mit der Nahrung auf. Wir Menschen dagegen verbrennen Öl, Gas oder Holz und beeinflussen durch das dabei ausgestoßene Kohlendioxid (CO2) das Klima. Die Installation „Watt is‘ mit dem Klima“ thematisiert diese Problematik und propagiert gleichzeitig die Nutzung von Sonnenenergie als alternative, CO2-neutrale und erneuerbare Energiequelle.

Die Installation befindet sich am „Froschparadies“ – einem stehenden Gewässer ohne natürlichem Zu- oder Abfluss. Eine Umwälzung des Wassers wird durch eine Pumpe gewährleistet, welche eine Fontäne speist. Auf diese Weise wird der Teich mit Sauerstoff versorgt. Die neue Klima-Installation setzt an diesem Punkt an. Ein über dem Teich schwebendes Solarpaneel versorgt die Pumpe mit Strom. Dieses kann von Gästen des Ökowerks über Zugseile in Teamarbeit bedient werden, um so die Ausrichtung zu optimieren. Eine Anzeigetafel veranschaulicht die Leistung der Sonne und gibt Auskunft über die geförderte Wassermenge. Die Installation kann zu den üblichen Öffnungszeiten angeschaut und ausprobiert werden.

Haben Sie Fragen zu der Installation oder wollen Sie sie gerne nachbauen? Dann wenden Sie sich an das Ökowerk Berlin e.V. (unter 030-3000050 oder info@oekowerk.de)


Uckermärker Solardusche
(NABU Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle - Brandenburg)


In Zusammenarbeit mit der lokalen Firma AkoTec entwickelte das NABU-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle die erste Uckermärkische Solardusche. Neben einem Solarkocher und einer Fahrrad betriebenen Handyaufladestation verfügen sie mit dieser Installation über eine weitere Klimaschutzinnovation. Weitere Neuerungen sollen in Zukunft hinzukommen.

Die Solardusche soll unter anderem dem örtlichen Tourismus zugutekommen. Insbesondere Rad fahrende Gäste, die oft nur kurz und in einfachen Quartieren (z.B. Schäferwagen) übernachten, werden von der Solardusche profitieren. Aber auch Schulklassen und Jugendgruppen im Zeltlager können sich am sonnenerwärmten Wasser erfreuen. Zusätzlich ist die Solardusche bei Besucherführungen durch das Gelände sowie bei Großveranstaltungen ein Hingucker und dient dadurch als Impulsgeber und Gesprächsaufhänger zum Einstieg in die Klimabildungsarbeit.

Aufgestellt in der Sonne, kann sich das Wasser bereits in wenigen Stunden bis auf 60°C aufheizen. Die Solardusche ist preiswert, mobil und relativ einfach zu bauen. Durch die angebrachte Beschilderung wird es Interessenten ermöglicht, sich mit der Funktionsweise und dem klimarelevanten Zweck der Solarenergie im Allgemeinen und der Solardusche im Spezifischen zu beschäftigen. Auch sollen durch die Abbildung der Bauweise Privatpersonen und andere Bildungszentren angeregt werden, eine Solardusche nachzubauen.

Bei Fragen zur Installation oder den Bauplänen, wenden Sie sich bitte an das NABU Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle.


Ökotrainer (Auwaldstation Leipzig - Sachsen)

Die Auwaldstation Leipzig präsentiert als neue Klimainstallation den „Ökotrainer“ – ein Lastenrad, welches gleichzeitig als Transportmittel, Infostand und Mitmachstation dient.

Aufgrund der regen Beteiligung der Auwaldstation bei verschiedenen regionalen Veranstaltungen, wird mit der Anschaffung des Lastenrades ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Bisher musste für den Transport des Infostandes und weiterer Materialien zu den Veranstaltungsorten stets ein privater PKW eingesetzt werden. Durch den Einsatz des Ökotrainers kann die daraus resultierende Klimabelastung reduziert werden und gleichzeitig die Anzahl der Infoveranstaltungen erhöht werden. Darüber hinaus wird das Lastenrad als Personentransportmittel genutzt, um Gäste von und zur 2 km entfernten S-Bahn Station zu bringen. Durch die eingesparten Taxifahrten wird das Klima ebenfalls entlastet.

Neben der Funktion als Transportmittel dient das Rad gleichzeitig auch als Infostand. Ein ansprechender Schriftzug weist sowohl beim Fahren als auch auf Veranstaltungen öffentlichkeitswirksam auf den Klimaschutzbeitrag des Lastenrades hin. Dadurch sollen möglichst viele Institutionen, gewerbliche Firmen und Privatpersonen zur Nachahmung animiert werden.

Des Weiteren lädt der Ökotrainer als Mitmachstation Gäste ein, selber kräftig in die Pedale zu treten. Nach kurzem Umbau wird die eigene Muskelkraft genutzt, um Strom zu erzeugen - zur Aufladung des Handys, zur Auflösung eines Quiz oder um eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen. Das Lastenrad wird auch bei diversen Bildungsveranstaltungen genutzt, wie z.B. bei Wald-Rallyes mit Schulklassen. Hierbei wird eine Probefahrt mit dem Lastenrad als Preis für die Gewinnergruppe ausgeschrieben. Auch dadurch kann das Thema klimafreundliche Mobilität breitenwirksam platziert werden.

Bei Fragen zur Installation, wenden Sie sich bitte an die Auwaldstation Leipzig.


Klima-Waage (Haus des Waldes - Sachsen-Anhalt)

Das Haus des Waldes hat gemeinsam mit dem Planungsbüro Ö-Konzept eine Klimawaage konstruiert. Mit dieser Klimaschutz-Installation sollen Besucher und Besucherinnen  für das Thema Klimaschutz sensibilisiert werden.

Das Prinzip entspricht dem einer großen Kaufmannswaage, bei dem klimaschädliches und klimafreundliches Verhalten gegeneinander abgewogen werden. Auf die Waagschalen lassen sich unterschiedliche Gewichte stellen. Flugreisen, Autofahrten oder die Nutzung von Kohlestrom gehören beispielsweise zu den klimaschädlichen Gewichten. Radfahren, das Pflanzen von Bäumen oder die Nutzung erneuerbarer Energien hingegen sind klimafreundliche Gewichte. Ein Zeiger in der Mitte weist auf die Klimafolgen des ausgewählten Verhaltens hin und veranschaulicht den resultierenden ökologischen Fußabdruck.

Die Installation soll die Folgen des persönlichen Handelns in Bezug auf Kohlenstoffdioxid-Ausstoß verdeutlichen und den Betrachtenden bewusst machen, dass jede Handlung eine Folge hat. Durch eine einfache Symbolik sind die Gewichte auch für Kinder verständlich, eine genauere Fachinformation bietet die rückseitige Beschriftung.

Die Waage kann  von Kindern und Erwachsenen problemlos im Stehen bedient werden. Außerdem ist sie demontierbar, damit sie auch zu Ausstellungen in anderen Bildungseinrichtungen transportiert werden kann.

Bei Fragen zur Installation, wenden Sie sich bitte an das Haus des Waldes.

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Beispiele außerhalb des Netzwerks


Der ökologische Fußabdruck Königsdorf

Beschreibung:

Dieser Fußabdruck ist ein ganz besonderer Ökologie-Lehrpfad: ein Heckenirrgarten in Form eines riesigen menschlichen Fußes. Er befindet sich bei der Jugendsiedlung Hochland nahe Königsdorf (Oberbayern).

Der „begehbare ökologische Fußabdruck“ schafft Bewusstsein für die Problematik, gibt konkrete Handlungsimpulse zur Verbesserung der persönlichen Ökobilanz und kann so zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Gesellschaft beitragen.
Er soll ein Ort der Begegnung, der Bewusstseinsbildung und des Umdenkens sein. Das symbolische Zurechtfinden im Labyrinth und das gleichzeitige Naturerlebnis können Besuchern aller Altersgruppen auf einprägsame Weise Denkanstöße und Tipps zur Verringerung des individuellen ökologischen Fußabdrucks in verschiedenen Lebensbereichen geben.

Mit diesem Projekt hat das St-Ursula-Gymnasiums sogar den deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung 2017 gewonnen.

Kontakt:

E-Mail

Weitere Informationen


Ökopfad

Beschreibung:

Im Bundeszentrum der Deutschen Pfadfinderschaft Westernhohe wird der Ökopfad angeboten, ein gemeinsames Projekt der Ringe deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände. Zwei Ökopfade führen über die beiden je 14 Hektar großen Zeltplätze mit insgesamt zwölf Stationen, bei denen sich alles um Nachhaltigkeit, Naturschutz, Klimawandel und erneuerbare Energien dreht. Dazu gibt es einen Rucksack mit einem GPS-Gerät, Zubehör und Anleitung, der vor Ort ausgeliehen werden kann. Ein Gruppenmitglied bekommt einen Lösungszettel mit einer Erklärung ausgehändigt, so dass im Nachhinein das Erlebte entsprechend reflektiert werden kann. Beide Ökopfade liefern spannende Informationen zu naturnahen bzw. nachhaltigen Themen auf den Zeltplätzen und sind zudem handlungs-/erlebnisorientiert. Ergänzend eignet sich die Methode sehr gut, um gruppendynamische Prozesse zu entwickeln. An einigen Stationen wird das Thema Klimabildung konkret behandelt. Die Infos können z. B. hervorragend zum Einstieg in das Thema genutzt werden.

Weitere Informationen

Kontakt:
DPSG Bundeszentrum Westernohe
Zum Weitstein 50 | 56479 Westernohe
T: 02664 5070
E: westernohe@dpsg.de
bundeszentrum.dpsg.de


Powerpark - Energie-Erlebnisparks mit Klimaparcours

Beschreibung:
Der artefact Powerpark will motivieren, die vielen Möglichkeiten für die eigene Energiewende zu entdecken und zu nutzen. Kann Wasser auch bergauf fließen? Kannst du mit der Sonne um die Wette strampeln? In Deutschlands erstem Energieerlebnispark macht Energie begreifen Spaß.

Wie der Treibhauseffekt funktioniert, kann in der neuen Sonnenkuppel erspürt werden. An 40 Stationen kommen Tüftler zwischen acht und achtzig Jahren verschiedenen Energien auf die Schliche. Für die ganze Familie gibt es viel auszuprobieren und zu entdecken, von Windmachern bis zu Stromdieben.

Stationen:

  • erneuerbare Energien

  • ökologische Baustoffe

  • Klima-Parcours: Wieviel Kohlendioxid wird im Ländervergleich durch unsere Art der Ernährung oder Mobilität freigesetzt? Ist der Treibhauseffekt noch zu stoppen? Meeresspiegelschwankungen

Power-Rallye: Für Jugendgruppen, Schulklassen und Kindergeburtstage kann auch die "Power-Rallye", ein Energiequiz, gebucht werden - oder ein ganzer Projekttag zum Bau von Solar-Karrussells oder Windrädern.

Weitere Informationen

Kontakt:

Artefact
Bremsbergallee 35 | 24960 Glücksburg
T: 04631-6116-0
E: info@artefact.de


KlimaErlebnisPark NaturGut Ophoven

Kurzbeschreibung:

Das 60.000 m2 große Gelände des NaturGuts Ophoven in Leverkusen wurde 2013 zu einem KlimaerlebnisPark weiterentwickelt.

Ziel des Klimaerlebnisparks ist es Kindern und Erwachsenen zu vermitteln, dass jeder sich klimafreundlicher im Alltag verhalten kann.

Klima-Info-Stationen zu folgenden Themen.

Klimawandel und Klimaschutz Allgemein
Klimafreundliche Mobilität
Klimafreundlicher Konsum
Klimaschutz durch Recycling am Beispiel Papier
Klimafreundliche Ernährung
Klimafreundliches Wohnen
Regenerative Energien


Naturtafeln,
die zeigen, wie sich die Natur durch den Klimawandel verändert, z.B. „Letzter Aufruf für den Gelbspötter“

EnergieGarten, ein Garten der Nachwachsenden Rohstoffe

Klima-Erlebnisfelder zu Regenerativen Energien:

  • Laufsteg der Erneuerbaren Energien
  • Erlebnisfeld Sonne
  • Erlebnisfeld Wind
  • Erlebnisfeld Wasser
  • Erlebnisfeld Erde

Durch QR-Codes auf den meisten Installationen erhalten die Besucher viele Zusatzinformationen.

Weitere Informationen

Handbuch "Klimabildung in der Natur" im Shop erhältlich
Das Handbuch bietet Anregungen zum Nachbau von Klimabildungs-Installationen und vielfältige Ideen, um das Themas „Klimaschutz” auch im Gelände erlebbar zu machen. Es werden zudem Spielaktionen und Unterrichtseinheiten vorgestellt.

Kontakt:
Förderverein NaturGut Ophoven
Talstr. 4| 51379 Leverkusen
T: 02171/73499-0
E: zentrum@naturgut-ophoven.de

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