ANU-Bundestagung 4.12.2018
Tagungsdokumentation


Die Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung fand in diesem Jahr in Leverkusen statt. Mit dieser Tagung zeigten die ANU und das Netzwerk 16BildungszentrenKlimaschutz viele Möglichkeiten auf, wie außerschulische Bildung für nachhaltige Entwicklung im Themenfeld Klimaschutz gestaltet werden kann.

Tagungsprogramm (zum vergrößern bitte anklicken)


Klimakompensation

Bei der Planung und Durchführung der Veranstaltung wurde darauf geachtet, die anfallenden CO2-Emissionen möglichst gering zu halten. So wurde beispielsweise der Mittags-Imbiss vegetarisch und damit klimafreundlich gestaltet, es wurde auf kurze Wege zwischen den Veranstaltungsorten geachtet und für die verschiedenen Materialien – von Poster über Flyer bis hin zu Tagungsmappen – wurde 100%iges Recyclingpapier (Blauer Engel) genutzt und klimaneutral bedruckt. Erfreulicherweise kam auch die große Mehrheit der Teilnehmenden per Bahn zum NaturGut Ophoven.

Die dennoch produzierten CO2-Emissionen (7,4 Tonnen) der Veranstaltung (inklusive Anreise und Übernachtung der Teilnehmenden) wurden aus den Mitteln der Teilnahmegebühren bei myclimate kompensiert und die Veranstaltung als klimaneutral ausgezeichnet.

Auszeichnungsurkunde (zum vergrößern bitte anklicken)

Klimaneutral heißt jedoch nicht (und das ist wichtig zu beachten), dass die tatsächlich ausgestoßenen CO2-Emissionen nun keinen Einfluss mehr auf unser Klima haben und neutralisiert wurden. Es bedeutet stattdessen, dass aufgrund der CO2-Emissionen der ANU-Bundestagung eine freiwillige CO2-Steuer an myclimate gespendet wurde.

Der Beitrag wird für Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern eingesetzt, welche sich um CO2-Minderung oder eine CO2-arme Zukunft bemühen und die soziale, ökologische und wirtschaftliche Entwicklung in den verschiedenen Regionen fördern. Auf diese Weise tragen sie zu den Nachhaltigkeitszielen (SDGs) der UN bei.



Ablauf

9:00 - 9:30 Uhr: Begrüßung

Alexander Lünenbach, Umweltdezernent Stadt Leverkusen

Annette Dieckmann,

Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU)

Dr. Hans-Martin Kochanek, Leiter NaturGut Ophoven

Robert Hennies, Referatsleiter Bildung

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)


9:30 - 10:15 Uhr: Motivation zum Klimaschutz - Wege aus dem sozialökologischen Dilemma


Vortrag von Dr. Anke Blöbaum, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Psychologie an der Universität Magdeburg, über neue Erkenntnisse aus der Umweltpsychologie, die Bildungstreibende Hinweise geben, wie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen neue Denkprozesse aktiviert werden können. Die Präsentation des Vortrages finden Sie hier.


10:15 - 11:00 Uhr: Fakt oder Fake - Wie erkennt man echte Fakten zur Klimaerhitzung?


Vortrag von Carel Carlowitz Mohn, Projektleiter von www.klimafakten.de, über „Zehn Thesen zur Klimakommunikation“, zu den Fragen „Wie man echte Fakten zur Klimaerhitzung erkennt“ und „wie man Klimathemen vermittelt“. Die komplette Präsentation finden Sie hier.


11.15 - 12.00 Uhr: Ausgewählte Projektergebnisse BildungKlima-plus


Im Projekt „BildungKlima-plus“ haben sich 16 außerschulische Bildungssstätten in den Jahren 2017 und 2018 zu BildungszentrenKlimaschutz weiterentwickelt. So haben alle Zentren u.a. pädagogische Programme mit Elementen der Klimabildung weiterentwickelt bzw. neue Programme erstellt, eine Klimaschutzinstallation gebaut, den CO2-Fußabdruck der Einrichtung erstellt und die hauseigenen Treibhausgasemissionen mit verschiedenen Maßnahmen reduziert.
Vertreterinnen und Vertreter einiger dieses Bildungseinrichtungen haben stellvertretend verschiedene Aufgabenbereiche und Ergebnisse vorgestellt. Die Präsentation dieses Vortrags finden Sie hier.


12:00 - 14:00 Uhr: Mittags-Imbiss und praktisches Erleben von Klimabildung auf dem NaturGut Ophoven


Neben einem leckeren Mittags-Imbiss - natürlich vegetarisch und bio - konnten die Teilnehmenden folgende Möglichkeiten nutzen und sich über Klimabildung in der Praxis informieren:

Möglichkeit zum Besuch des KlimaErlebnisParks:


Das Gelände des NaturGuts Ophoven wurde im Jahr 2013 zum KlimaErlebnisPark weiterentwickelt. Mit interaktiven Installationen werden die Besucher auf spielerische Art und Weise zu den Themen Klimawandel und Klimaschutz informiert. Dabei erhalten sie zahlreiche Tipps, wie sie in ihrem täglichen Leben etwas zum Klimaschutz beitragen können. Außerdem gibt es Klima-Erlebnisfelder zu regenerativen Energien, einen EnergieGarten und Naturtafeln, die zeigen, wie sich unsere Natur durch den Klimawandel verändert. Mehr Infos finden Sie hier.

Möglichkeit zum Besuch der Ausstellung KlimaGlück:


In der Dauerausstellung „EnergieStadt unterwegs – Die Suche nach dem KlimaGlück“ „lernen die Besucherinnen und Besucher, dass der globale Klimawandel nicht nur über Regen und Sonne entscheidet, sondern bereits heute das persönliche Leben vieler Menschen auf der Welt beeinflusst. Die Ausstellung in den „5 Weltenräumen“ ist anschaulich, abenteuerreich und mit allen Sinnen zu erleben: bei einer Bootstour im alten Fischerboot über das arktische Meer, beim in Afrika verbreiteten Transport von Waren auf dem Kopf oder beim Besuch eines indischen Nachrichtenstudios… am Ende sehen alle, dass es sich lohnt, für das Weltklima einzutreten, weil das Glück vieler Menschen davon abhängt. Mehr Infos finden Sie hier.

Informationen und Aktionen an verschiedenen Themeninseln:


14:00 - 15:15 Uhr: Workshops

Workshop 1:
Integration/Weiterentwicklung vorhandener Kurse mit Elementen der Klimabildung

Jens Tanneberg, Klimahaus Bremerhaven

Bildung für Klimaschutz bedeutet nicht zwangsläufig, dass man ein komplettes Angebot für eine Zielgruppe explizit zum Thema Klimawandel/Klimaschutz entwickeln muss. Es besteht immer auch die Möglichkeit, Module oder kleine Aktionen in bestehende Programme zu integrieren. Auf diese Weise kann „ganz nebenbei“ Klimaschutz mit Themen wie beispielsweise Politik, Kunst, Kultur, Gesundheit, Sprache, Medien, Computer und vieles mehr verknüpft werden. Im Workshop wurden in Arbeitsgruppen Ideen für neue Bildungsmodule erarbeitet.

Weiterführende Informationen zu dem Thema finden Sie auch hier:

  • „Ein paar Minuten Klimabildung" - Anregungen für bestehende Bildungsprogramme. Zum Download (PDF)
  • Wissen und danach handeln: Hintergrundinformationen zu Erfolgselementen in der Klimabildung und Checkliste zur Überprüfung der eigenen Klimabildungsarbeit. Zum Download (PDF)

Workshop 2:
Auf dem Weg zum authentischen Lernort – das Ziel Klimaneutralität

Andrea Wegner, NaturGut Ophoven

Das übergeordnete Ziel des Projekt BildungKlima-plus war es, einen Beitrag zur bundesweiten Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu leisten. Andrea Wegner stellte vor, wie die durch das Projekt eingesparten CO2-Emissionen quantifiziert werden können. In die Berechnung gehen zum einen die durchgeführten pädagogischen Maßnahmen und zum anderen die Maßnahmen zur Verkleinerung des CO2-Fußabdrucks der Einrichtung ein.

Zudem berichtete Andrea Wegner, dass im Rahmen des Projekts BildungKlima-plus von jeder teilnehmenden Einrichtung der CO2-Fußabdruck erstellt und Reduktionspotentiale in den Kategorien Energiebedarf, Wasserverbrauch, Arbeitsweg der Mitarbeitenden, Geschäftswege, Papierverbrauch und Verpflegung aufgezeigt wurden. Anhand von einer beispielhaften Einrichtungen werden im Workshop Maßnahmen gesammelt, deren Wirksamkeit direkt in einer Berechnungstabelle überprüft wird.
Als Fazit wurde festgehalten: Die näherungsweise Quantifizierung der CO2-Reduktion durch pädagogisch Arbeit und die Betrachtung des CO2-Fußabdrucks der Einrichtungen liefern uns wichtige Denkanstöße, was wir in unseren Einrichtungen (noch) für den Klimaschutz tun können.


Workshop 3:
Klimabildung outdoor - Möglichkeiten durch pädagogische Aktivitäten und Info-Objekte

Ute Rommeswinkel und Christoph Hoppe, NaturGut Ophoven

Im Workshop wurde das Gelände des  NaturGuts Ophoven vorgestellt, dass 2013 zum KlimaErlebnisPark weiterentwickelt wurde. Mit interaktiven Installationen zu den Themen Mobilität, Ernährung, Konsum, allgemeiner Klimaschutz und Klimawandel, Wohnen, Recycling und Papier sowie Erneuerbare Energien werden die Gäste auf spielerische Art und Weise informiert. Dabei erhalten sie zahlreiche Tipps, wie sie in ihrem täglichen Leben etwas zum Klimaschutz beitragen können.
Im Projekt BildungKlima-plus wurden zwei neue Installationen zu den Themen „Gewohnheiten brechen“ und „Fakt oder Fake“gebaut. Zum Thema „Fake News und Klimawandel“ wird zur Zeit eine Unterrichtseinheit getestet, die demnächst auch als Download zur Verfügung stehen wird.  
Mit dem Rundgang soll den Teilnehmenden ein Anstoß gegeben werden, selbst an Lernorten Objekte zu bauen, die zu klimaschonendem Verhalten anregen. Dabei ist auch der Nachbau der Installationen ausdrücklich erwünscht.

Zudem wurden die Klima-Erlebnisfelder zu regenerativen Energien und Naturtafeln vorgestellt, die zeigen, wie sich unsere Natur durch den Klimawandel verändert.
Die Erfahrungen, die das NaturGut Ophoven bei der Etablierung des KlimaErlebnisparks gemacht hat, wurden im Handbuch  „Klimabildung in der Natur" für außerschulische Lernorte und interessierte Umweltpädagogen zusammengefasst. Es bietet Anregungen zum Nachbau von Klimabildungs-Installationen und vielfältige Ideen, um das Themas „Klimaschutz” auch im Freigelände erlebbar zu machen. Zudem werden Spiele und Unterrichtseinheiten vorgestellt. Das Buch können Sie hier bestellen.


15:30 - 16:00 Uhr: Resümee und Abschluss


Marion Löwenfeld, ANU Bundessprecherrat
Hans-Martin Kochanek, Leiter NaturGut Ophoven

Es wurden zunächst die Inhalte der Tagung zusammengefasst. Hilfreich dazu war das graphic recording der Tagung. Die Zeichnungen machten die wichtigsten Veranstaltungsinhalte des Tages sichtbar und ermöglichen eine nachhaltige Wissenssicherung und Reproduzierbarkeit:

Hans-Martin Kochanek betonte, dass die Bundestagung der ANU von großem Nutzen ist, denn durch den Input und durch den vielfältigen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen gibt es nun einen neuen Schwung für die Bildung für Klimaschutz. Auch für Zentren, die sich schon länger mit diesem Themenfeld beschäftigen, gibt es immer neue Impulse. „Ich bin motiviert mich noch mehr für Bildung für den Klimaschutz einzusetzen und an neuen Konzepten weiterzuarbeiten“, betont er.